française
AAASchriftgröße

Dokumentationszentrum - Themenpark am Oberrhein

Maurice Zimmerle und Harald Kraus haben eine neue Initiative auf den Weg gebracht, die mindestens so spektakulär ist wie der Bau einer kommunalen Brücke über den Rhein.
Im Bereich des Viadukts, der Deutschland und Frankreich verbindet, soll ein Dokumentationszentrum entstehen, vielleicht so etwas wie ein Themenpark.

Zwei erfahrene Kommunalpolitiker, Maurice Zimmerle (ein Elsässer) und Werner Dammert (ein Badener) sind Leiter eines Projekts, dessen Ausmaße derzeit noch keiner beschreiben kann. Darin liegt allerdings auch der Charme jener Vision: „es darf geträumt werden“, wie es Maurice Zimmerle formuliert. Es gibt tatsächlich kein Vorbild, nach dem jenes Dokumentationszentrum in Szene gesetzt werden könnte. Nur ungefähre Vorstellungen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass Begegnungsstätten entstehen, welche einerseits die Geschichte dieser Grenzregion – die ja nach dem Wegfall der Grenzen gar keine mehr ist – dokumentieren, andererseits genug Zugkraft besitzen, um auch ein naturgeschützter und touristischer "Leuchtturm" am Oberrhein zu werden. Immerhin leben in der Region, die von Basel über das Elsass und Baden bis in die Südpfalz reicht, sechs Millionen Menschen. Zu deren Realität gehören zwei Sprachen, zu deren Realität gehört der Rhein, der einst Grenzfluss war und heute wieder die Menschen verbindet.

Wie das alles umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest

Bereits 2010 ist ein erstes Konzept erarbeitet worden, das Professor Dr. Frank Baasner, der Direktor des deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg, hochrangigen Regionalpolitikern bei einer Veranstaltung im Weinstetter Hof vorstellte. Elf Punkte sind in dem Dokument genannt, die bei der Realisierung des Projektes eine Rolle spielen könnten. Die Themenliste reicht von der Architektur bis zur Musik. Aber wie gesagt: wie das alles umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest. Aber es wird konkreter, insbesondere was die Unterstützung des ehrgeizigen Projekts angeht. So hat André Bord, Präsident der renommierten Stiftung Entente Franco-Allemande bereits zugesagt, die Schirmherrschaft für das Vorhaben zu übernehmen. Dr. Carl-Heiner Schmid, der das größte Malerunternehmen in Europa besitzt und gleichzeitig Eigentümer des Weinstetter Hofs ist, hat konkrete Unterstützung zugesichert – sein Anwesen befindet sich in der Nähe des Rheins. Von weiteren Institutionen liegen ebenfalls Zusagen vor, das Projekt zielgerichtet zu fördern. Interreg-Mittel sind in Aussicht gestellt. Das bedeutet konkret, dass aus Mitteln der europäischen Union eine Cofinanzierung bereitgestellt wird.

Aufruf zum Ideenwettbewerb

Einen bedeutenden Schritt weiter wird man im Oktober 2011 sein: Da soll europaweit eine Art Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden, welcher die Grundlage für die Umsetzung liefert. Die Teilnehmer können ihren Ideen freien Lauf lassen – es gibt ja tatsächlich noch keine einzige konkrete Festlegung. Nur die Überzeugung, dass allein ein Museum dem Projekt nicht gerecht würde – es muss viel weiter gehen, um wirklich zu einer Einrichtung zu werden. Rad- und Wanderwege als Themenpfade, könnten dazu ebenso gehören wie ein Haus der Natur oder ein nahegelegener Campingplatz. Im Sommer 2012 sollen die Ergebnisse der Ausschreibung veröffentlicht werden. Wer sich – übrigens zunächst ohne Honorar – an der Ausschreibung beteiligt, ist aufgerufen ganz konkret zu werden. Zur Wirklichkeit gehört schließlich auch, dass das Projekt nicht zum Nulltarif zu haben ist. Die Mitglieder der aus dem Zweckverband gegründeten Kommission erwarten dann erste Zahlen. Parallel denken Maurice Zimmerle und Werner Dammert auch daran, eine Stiftung ins Leben zu rufen, an der sich Unternehmen und Privatpersonen beteiligen können. Die Erträge, also die Zinsen des angelegten Kapitals, könnten dann für den laufenden Unterhalt des neuen internationalen Zentrums verwendet werden. So wie es derzeit aussieht, wird die Arbeit der Initiatoren im Jahre 2012 keineswegs ausgehen, sondern deutlich zunehmen.